Green Startup Monitor formuliert Forderungen an die Politik

Der Trend hin zu grünen Unternehmen hält an – das zeigt der Green Startup Monitor, der nun zum dritten Mal vom Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit und dem Bundesverband Deutsche Startups erstellt worden ist. Schon jetzt, so der GSM 2021, halten sich 30 Prozent aller Startups in Deutschland an nachhaltiges und umweltschonendes Wirtschaften. Dieses und weitere Ergebnisse gab Prof. Dr. Yasmin Olteanu, die die Studie gemeinsam mit Prof. Dr. Klaus Fichter (Borderstep Institut) verfasst hat, bei einer Online-Pressekonferenz Ende März bekannt.

Aufhorchen lässt auch, dass 76 Prozent aller deutschen Startups ihre ökologische und gesellschaftliche Wirkung als wichtige Unternehmensstrategie ansehen. Für grüne Startups gilt, dass sie auf einen deutlich höheren Innovationsgrad verweisen können. Auffällig ist die höhere Gründerinnenquote von grünen Startups – allerdings stagniert sie im Vergleich zum Vorjahr.

Trotz der positiven Gesamtentwicklung sehen sich die grünen Startups vor große Herausforderungen gestellt. Die Zufriedenheit mit dem regionalen Umfeld schwankt. Unter den Bundesländern tun sich Hessen, Saarland und Mecklenburg-Vorpommern hervor. Von einer steigenden Zufriedenheit berichten Startups aus Baden-Württemberg, Bayern, Berlin und Bremen. Viele wünschen sich eine bessere Frühphasenfinanzierung. Ein heikles Thema ist zudem die Beschaffung von Kapital. Hier schlagen sich die Folgen von Corona deutlich nieder. Bei den grünen Startups sieht Prof. Dr. Klaus Fichter „Ansätze für ein neues Unternehmertum“. So zeichneten sie sich durch eine „doppelte Dividende“ aus: Da werden nicht nur Arbeitsplätze und Renditen für Kapitalgeber geschaffen – im Sinne einer „ökonomischen Dividende“. Gleichermaßen erzeugen sie einen gesellschaftlichen Mehrwert. Als Beispiel nennt der GSM 2021 die nachhaltigen Gründungen zur Senkung von Treibhausgasemissionen.

Bei der Pressekonferenz steuerte Nele Kammlott ihre Erfahrungen als ökologisch orientierte Unternehmerin bei. Am Anfang stand ihre Idee, eine „eigene Digitalsouveränität“ aufzubauen. Daraus entwickelte sich der IT-Dienstleister Kaneo, dessen Stromversorgung auf Windenergie beruht. „Alles, was wir tun, ist so nachhaltig wie es geht“, betont Kammlott. Da Kaneo ebenso auf Nachhaltigkeit wie Digitalisierung setzt, „sind wir ganz gut durch die Coronakrise gekommen“. Kontaktloses Arbeiten etwa sei selbstverständlich.
Der These von Fichter, die ökologische Transformation gehe zu langsam vor sich, stimmte Kammlott zu. Das Thema Nachhaltigkeit habe zwar „eingeschlagen“. Grüne Startups stünden aber immer noch vor der Herausforderung, mit „großen, etablierten Unternehmen“ konkurrieren zu müssen. Auch politische Maßnahmen wie das neue Lieferkettengesetz beurteilte Kammlott kritisch.

Dabei könnten der Staat und seine Institutionen selber Vorbild sein, so David Hanf vom Startup-Verband. Allein schon dadurch, dass die öffentliche Verwaltung bei der Beschaffung Aufträge an grüne Unternehmen vergibt.

Forderungen an die Politik formuliert auch der Green Startup Monitor. Darin fordern Unternehmensgründerinnen und -gründer Fördermaßnahmen hin zu mehr Nachhaltigkeit. Nicht zuletzt durch finanzielle Starthilfen.

Die Zahlen und Fakten auf einen Blick sowie die Pressemitteilung – unter folgendem Link:
https://www.borderstep.de/green-startup-monitor-2021-zahlen-und-fakten/

Green Startup Monitor 2021:
https://www.borderstep.de/wp-content/uploads/2021/03/GreenStartupMonitor2021.pdf

Daniel Diekhans